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Sophie-Scholl-Gesamtschule
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Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

Verleihung der Auszeichnung "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"

Der Terror nebenan – Exkursion zum El-De-Haus in Köln

In der ständigen Ausstellung:
Schule unterm Hakenkreuz bedeutete Rassenkunde
(Fotos: Hannes Wulfert)

Nur fünf Minuten Fußmarsch vom Kölner Dom entfernt befindet sich das EL-De-Haus, die einzige erhaltene GeStaPo-Zentrale Deutschlands, die heute als Gedenkstätte genutzt wird. Unterstützt und begleitet durch den Sozialpädagogen Abdel El-Allali besuchte der Bili-Kurs Jg. 10 der Sophie-Scholl-Gesamtschule nun die Einrichtung in Ergänzung zum Fachunterricht Gesellschaftslehre.

 

Mit Blick auf den Sondergerichtshof, in dem für die schnelle Aburteilung von politischen Gegnern gesorgt wurde, gelegen, versprüht das Gebäude in den oberen Stockwerken auch heute noch den spröden „Charme“ einer Beamtenstube. In den unteren Kellergeschossen jedoch befinden sich die Folterkeller der Geheimen Staatspolizei (GeStaPo). Dort wurden Verdächtige, flüchtige Zwangsarbeiter oder Widerstandskämpfer gequält, um Informationen über mögliche Mittäter herauszupressen. Die Graffiti der Inhaftierten (auch in russischer, italienischer, oder französischer Sprache) lassen sich noch entziffern.

Im Innenhof des Gebäudes befindet sich die ehemalige Hinrichtungsstätte: von den direkt anliegenden Wohnhäusern einsehbar, neben den Garagen und Gärten des Quartiers – eine staatliche Emordungsstelle in guter Nachbarschaft! Der Terror war mitten in die Stadt gesetzt, und über den Sinn und Zweck der GeStaPo-Zentrale gab es unter der Bevölkerung keinen Zweifel: die Schreie der Gefolterten konnte man auf dem Bürgersteig hören...

Neben dem Terror verfolgten die Nationalsozialisten aber auch Strategien der Verführung. Die ständige Ausstellung in einem höher gelegenen Geschoss des El-De-Hauses beleuchtet anhand persönlicher Schicksale die Eckpunkte der  NS-Erziehungs- und Jugendpolitik.

Rassenideologie und Führerkult wurde den Jugendlichen im Rahmen durchaus attraktiver Freizeitangebote eingetrichtert: Das Ziel war Gefolgschaft aus Überzeugung. Für die „Unbelehrbaren“ blieben dann die Folterkeller der GeStaPo...

Fotoasstellung zum Thema "Flucht"

Mölln 1992 - bewegendes Gespräch mit Ibrahim Arslan

„Opfer sein ist keine Schwäche, sondern eine Stärke, wenn man darüber redet“

… diese Worte prägten die intensive Auseinandersetzung der GL-Kurse des 10. Jahrgangs mit einem einschneidenden Ereignis der jüngeren deutschen Vergangenheit. Auf Vermittlung des haekelclub 590, der Hammer Jugendorganisation gegen Rassismus jeder Art, besuchte Ibrahim Arslan die Sophie-Scholl-Gesamtschule. Herr Arslan, heute 32 Jahre alt,  ist Überlebender der Brandanschläge von Neonazis im schleswig-holsteinischen Mölln im Jahr 1992. Todesopfer waren damals die Schwester und zwei Cousinen von Herr Arslan. Nach einem eindrucksvollen Film über die Geschehnisse von 1992 kamen die gut 130 Schüler mit Herrn Arslan ins Gespräch. Schnell kam auch die Frage, warum Herr Arslan sicher immer noch dieser schrecklichen Vergangenheit stellt und nicht einfach versucht zu vergessen. Seine Antwort: Er zählte einige Namen auf: Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü. Und fragte die Schüler, ob jemand diese Namen kenne. Keine Meldung. Auf die Frage, ob jemand Beate Zschäpe kenne, gingen zahlreiche Hände in die Höhe. Die erstgenannten Namen sind die Namen der ersten Opfer des NSU, Frau Zschäpe Mitglied, also Täter der NSU. Sein überzeugendes Fazit lautet deshalb: Die Perspektive der Opfer geht häufig verloren, ihr fehlt eine Stimme in der Öffentlichkeit und er wolle diesen Opfern eine Stimme geben. Denn die Anschläge von Mölln aus dem Jahre 1992 stehen für alle Brandanschläge, die auch heute noch aus Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz verübt werden.

Auf dem Weg zur Auszeichung "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage: Jetzt geht’s los (Weitermachen)!

Geschafft!!! An der Sophie-Scholl-Gesamtschule hat sich die Schulöffentlichkeit für eine Teilnahme am Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgesprochen; die erforderlichen 70% in allen Gruppen (Schüler, Lehrer, Angestellte) sind erreicht. Selbst wenn noch nicht aus allen Kursen und Klassen die Rückmeldungen vorliegen, erfüllen wir damit schon jetzt die Kriterien des Projektes.

Allerdings ist die offizielle Anmeldung, die der Aktionskreis jetzt abschickt, erst der Einstieg: denn wir haben uns mit dem Antrag für die Zukunft verpflichtet, Aktionen oder Projekte zum Thema durchzuführen. Der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ beschreibt die Absicht, in Zukunft aktiv zu bleiben, also eine Richtung oder einen Weg und nicht einen Zustand.

Die Projektwoche zum Thema „Wir l(i)eben Vielfalt“, die für die letzte Schulwoche geplant ist und bei der wir den Titel feiern, ist also kein Abschluss! Ein echter Startschuss ist dieses Vorhaben aber auch nicht: an unserer Schule gibt es ja schließlich schon eine ganze Reihe von Unterrichtsvorhaben, Veranstaltungen und Projekten verschiedener Fächer oder auch der Schulsozialarbeit, die zusammengenommen die Bezeichnung als Schule ohne Rassismus ebenfalls rechtfertigen könnten. Durch die Unterschriftenaktion haben wir jetzt aber auch eine Willensbekundung, eine bewusste und aktive Zustimmung zur Auseinandersetzung mit Ausgrenzung und Diffamierung. Die Losung heißt also: Weitermachen und nicht nachlassen!

Der nächste Schritt ist jetzt die Wahl zum Schulpaten. Welche/r Prominente soll die Sophie-Scholl-Gesamtschule in der Zukunft auf ihrem Weg zur „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“  begleiten? Die gesamte Schulöffentlichkeit war aufgerufen, diesen Schulpaten zu wählen – die Ergebnisse liegen in Kürze vor!

 

 

Am 2.11.2016 starteten wir unsere Aktionen zu "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". (s. Elternbrief)

 

„Aktion Blond“ – Diskriminierung abgelehnt!

 Jeder Mensch kann Ausgrenzung erfahren, denn jeder Mensch ist „anders“! Um dies zu verdeutlichen, führte der Aktionskreis „Schule ohne Rassismus“ ein an anderer Stelle (z.B. vor Jahren an der Universität in Münster) bereits erprobtes Experiment vor. Eine „neue Regel“ wurde eingeführt, so dass blonde Schüler durch eine Extra-Tür die Schule zu betreten hatten. Unsinnig? Ja klar, aber die Ausgrenzung wegen Hautfarbe oder Religion ist auch nicht besonders vernünftig!

Am Morgen der „Aktion blond“ suchten die Schüler also den „richtigen“ Eingang. Verblüfft, gleichgültig, im Bestreben, die neue Regel zu beachten oder auch wütend und empört. Manchmal dauerte es einen Moment, bis man so recht wusste, was los war, doch die Auflösung gab es erst im Unterricht: eine Gelegenheit zu diskutieren, was das Experiment mit unserer Schule und der Welt, in der wir leben, zu tun hat. An der Sophie-Scholl-Gesamtschule gibt es keine rechtsextreme „Szene“, aber wer genau hinhört und hinschaut, erkennt ein Hakenkreuz hier, ein Witzchen dort –„Alles klar, Pole!?“; „Ey, du Deutscher“; „Was los, Türke?“...!

 

Der Aktionskreis „Schule ohne Rassismus“, das sind vor allem Schüler und auch Lehrer an der Sophie-Scholl-Gesamtschule, hofft, dass die Verblüffung und manchmal auch Verunsicherung während der „Aktion blond“ Denkprozesse angestoßen hat: Wie soll unsere Schule sein? Die Gruppe möchte sich dafür einsetzen, dass die (oft unausgesprochene) Ablehnung von Ausgrenzung noch deutlicher in unserem Schulleben betont wird. Es gibt schon eine ganze Reihe an Projekten und Initiativen an der Sophie-Scholl-Gesamtschule, die Rassismus und Ausgrenzung entgegentreten – was liegt da näher, als diese Vorhaben zusammenzuführen und uns zur „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu erklären?! Wir werden die unterschiedlichsten Diskriminierungsanlässe und -formen nicht ein für allemal „los“; aber wir sollten das, was wir tun können, anpacken, um trotz gefühlter oder tatsächlicher Veränderungen unserer Lebenswelt und damit einhergehender Verunsicherungen ein Ort der Wertschätzung und des unbedingten Respekts für alle Menschen zu bleiben.

 

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“  an der SSG

 

Im Rahmen des etablierten und vielfach ausgezeichneten Projektes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ sammeln wir z.Z. Unterschriften von Schülern, Lehrern und technischem Personal. Schaffen wir in allen drei Gruppen mindestens 70% Zustimmung zum nachhaltigen Eintreten gegen Rassismus, können wir den Titel beantragen. Gleichzeitig gibt es bereits erste Vorschläge für Schulpaten, d.h. Prominente, die uns mit ihrem guten Namen oder bekannten Gesicht unterstützen. Klappt das (und es sieht sehr gut aus!!!) geht’s aber erst los: den Titel muss sich unsere Schule in der Zukunft permanent weiter verdienen.

 

Ermutigend ist die Unterstützung, die wir von unterschiedlicher Seite bekommen: Schüler, die ins Gespräch einsteigen wollen oder Plakate beisteuern; die Unterstützung durch den Förderverein der Schule; Eltern, die am liebsten sofort mitmachen würden (wir kommen in jedem Fall darauf zurück!)... „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ hat eigentlich schon begonnen.

 

In jedem Fall können wir Interessierte oder Engagierte weiter brauchen! Jeden Montag trifft sich die Gruppe um 13:30h in Raum C201 – auch Reinschnupperer sind willkommen! Seit kurzer Zeit haben wir ein Informationsbrett im Forum (zwischen Mensa und Kiosk). Dort gibt es Infos, Vorschläge für Schulpatenschaften etc,

 

Verantwortlich ist man nicht nur, für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut. (Laotse)

Zeitzeugen berichten

Zeitzeugin berichtet

Lesung zu den Edelweißpiraten

Solidarisch und gemeinsam gegen Extremismus